Archiv der Kategorie: Fachberatung

Der Sommerschnitt

Hallo Gartenfreunde !

Die Kombination aus Sommerschnitt und Reißen lässt sich bei nahezu jeder Obstart anwenden.

Vorteile des Sommerschnitts und Reißens:

  • Das vegetative Wachstum wird reduziert
  • Es entsteht mehr Fruchtholz
  • Die Wundheilung verläuft schneller
  • Wasserschosser lassen sich wirkungsvoller reduzieren
  • Die Früchte neigen weniger zu Stippigkeit und Fleischbräune

Der Sommerschnitt erfolgt meistens direkt nach der Ernte.
Dabei wird entfernt:

  • Alle überzähligen Triebe, die man nicht für den Kronenaufbau oder als Ertragsbasis  für das nächste Jahr braucht
  • Triebe die in das Kroneninnere ragen
  • Wasserschosser und alle Konkurrenztriebe für Leitäste und Mitteltrieb

Das Reißen sollte den Sommerschnitt ergänzen, ist aber nur möglich so lang die Triebe nicht verholzt sind.

  • Beim Reißen wird der Astring mit dem Trieb abgerissen. Ein Austrieb der schlafenden
      Knospen wird damit verhindert
  • Die Wundheilung verläuft trotz größerer Wunde viel schneller als im Winter (nur ca. 1-
      2 Wochen).

    Obstsorte

    Reißen

    Sommerschnitt

    Apfel/BirneJuni/JuliAugust, ca. 4-6 Wochen vor der Ernte
    Kirsche/PflaumeJuni/Julinach der Ernte
    PfirsichJuni/Julinach der Ernte
    Beerenobstnach der Ernte

Herzloser Kohl

Hallo Gartenfreunde!

Für die herzlosen Pflanzen ist die Kohldrehermücke verantwortlich.
Sie mag feuchtwarmes Klima, wie es zwischen zu dichtstehenden Pflanzen auftritt.
Die Gallmücke ist nur 1,5-2,0 mm lang, kaum sichtbar, wird nur wenige Tage alt und nimmt keine Nahrung zu sich.
Flugzeit: Mai-August.
Befällt alle Kohlgewächse und andere Kreuzblütler und Wildkräuter.
Legt ihre Eier ab Temperaturen von 16°-20° ins Herz der Pflanze, an die Blattstiele oder auf die Blätter.
Nach 5-10 Tagen schlüpfen die Larven ( ca. 2 mm).
Alle Larven kriechen beim Fressen und Saugen Richtung Herz der Pflanze und geben dabei Zersetzungsgifte ab, die das Pflanzengewebe auflösen.
Nach 10-12 Tagen verpuppen sich die Larven ca. 5 cm tief im Wurzelbereich.
14 Tage später schlüpft die nächste Generation.
Schadbild:
Leicht geschädigtes Gewebe verkorkt oder stirbt ab. Da die unbeschädigten Stellen weiter wachsen, verdrehen sich die Pflanzen.
Gegenmaßnahmen:
Da die Gallmücke ortstreu ist, hilft es alle zwei Jahre lang keinen Kohl an der gleichen Stelle anzubauen.
Sie meidet windoffene Stellen.
Mulchen verhindert das Verpuppen im Boden
Regelmäßiges Hacken zerstört Maden und Puppen.

Aprikosen ausdünnen

Hallo Gartenfreunde !

Aprikosen blühen noch vor Äpfel und Kirschen.

Wenn die Wetterlage günstig ist, setzen die Bäume oft zu viele Früchte an.
Gerade bei Jungbäumen ist es dann wichtig, die Früchte von Hand auszudünnen.
Zu viele Früchte nehmen der Jungpflanze die Kraft zu wachsen. Aber auch ältere Bäume profitieren davon, durch Bildung größerer Früchte.

Zu Beginn der natürlichen Fruchtfallperiode, ca. 25-30 Tage nach der Blüte, ist der beste Zeitpunkt dafür !
– Früchte an einjährigen Langtrieben komplett entfernen.
– An den kurzen Fruchttrieben (Fruchtspieße) auf 1-2 Früchte ausdünnen.

Bio Dünger aus der Küche

Hallo Gartenfreunde !

Kaffeesatz, Eierschalen, Tee, Hefe oder Kartoffelwasser. Pflanzen verwerten vieles was die Küche und Haushalt zu bieten haben. Die sanften Dünger sind nicht nur preiswert, sondern auch umweltfreundlich und eine Überdüngung ist ausgeschlossen.

-Kaffeesatz: Viele Pflanzen wie Kräuter, Gemüse Kamelien Hortensien, Azaleen, Heidelbeeren und Preiselbeeren mögen Kaffee ebenso wie Regenwürmer.
Er enthält Gerbsäuren, Kalium, Phosphor, Stickstoff und Mikro-Nährstoffe.
-Tee: Ob schwarzer-, Grüner- oder Kräutertee, gebrüht oder frisch, sie eignen sich alle zum Düngen. Man gibt sie ins Gießwasser oder harkt die Blättchen in die Erde ein.
– Getrocknete Kräuter: Selbst geerntete, getrocknete Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian, Minze, Zitronenmelisse etc. aus Altbeständen, eignen sich hervorragend als Mulch im Gemüsebeet. Sie geben beim Zersetzen ihre Nährstoffe frei.
Die duftende Barriere schreckt auch so manche Schädlinge ab.
– Kartoffelwasser: Abgekochtes-, aber auch frisches Spülwasser von zerkleinerten Kartoffeln oder Gemüsen ist sehr mineralstoffreich und gut für Topf- und Beetpflanzen.
-Hefe: Von Magnesium, Bor, Zink, Selen bis Eisen bietet Hefe alle Spurenelemente die Pflanzenwurzeln mögen.
Als Faustregel gilt: 1/2 Würfel Hefe in 10 L Gießwasser auflösen.
-Rohe Eierschalen: Bodendeckend in die Gießkanne gegeben und mit Regenwasser aufgefüllt, erhält man einen super Calciumdünger für Tomaten.
Haare aller Art: Ob menschlich oder Tierisch. Sie enthalten reichlich Pflanzennährstoffe, unter anderem viel Stickstoff.
Auf dem Kompost beschleunigen die Haare den Rotteprozess.

Auf die Pflanzentiefe achten

Hallo Gartenfreunde !

Unterschiedliche Pflanzentiefen sind bei bestimmten Pflanzen zu beachten.

  • Knollensellerie und Kohlrabi nicht zu tief setzen, sonst bilden sich Knollen.
  • Bei Salat den hellen Wurzelhals nicht mit einbuddeln. Steckt er zu tief im Boden faulen die Pflanzen schneller und es bilden sich keine schönen Käpfe.
  • Lauch und Kohl sollte man bis zum ersten Blattansatz einpflanzen. Dadurch verbessert sich ihre Standfähigkeit.

Wurzelballen

Hallo Gartenfreunde !

 Pflanzen die in Töpfen wachsen, stauen und ringeln sich oft an der „Grundstücksgrenze“. Davon lassen sie auch dann nicht ab, wenn sie im Garten in die Freiheit entlassen werden.
Je länger die Pflanze im selben Topf steht, desto dichter ist ihr Wurzelfilz, desto schlechter wächst sie am neuen Standort an. Oft kann man sie noch nach einigen Jahren ohne große Mühe mit der Hand aus dem Boden ziehen.

Wurzelballen lockern
Wenn der Ballen außen dicht von Wurzeln durchzogen ist, lockert man ihn vor dem Auspflanzen mit den Fingern etwas auf.
Bei starker Verfilzung kann man ein Messer zu Hilfe nehmen und den Boden abschneiden sowie rundherum senkrechte Schlitze einschneiden.
Anschließend den Ballen mit der Hand leicht kneten, um die äußeren Wurzeln zu lockern.
Die Wurzeln im Inneren des Ballens bleiben immer unangetastet !
Die gekappten oder aus der Umklammerung gelösten Wurzeln treiben neu aus, sobald sie wieder Bodenkontakt bekommen. 

Auberginen

Hallo Gartenfreunde !

Auberginen anzubauen ist gar nicht so schwer. Damit es klappt, gibt es 5 Punkte, die man beachten sollte.

  1. Je wärmer desto besser.
    Am wohlsten fühlen sich Auberginen bei 25-30°C. Das heißt, Samen Anfang März immer auf der warmen, hellen Fensterbank, unter einer durchsichtigen Haube bei 20-25°C, aussäen. Keimung dauert ca. 2-3 Wochen. Jungpflanzen nicht vor Mitte Mai ins Gewächshaus, oder in Töpfen auf Südbalkon oder -terrasse setzen.
  2. Auberginen sind Starkzehrer.
    Sie brauchen nach dem Jungpflanzenstadium nahrhafte, humose Erde, die im Sommer noch 2x mit Kompost und alle 14 Tage mit Brennnesseljauche gedüngt werden sollte.
  3. Auberginen sind sehr durstig.
    Sie brauchen während des Wachstums viel Wasser, 3-5 Liter täglich.
    Um Pilzerkrankungen zu vermeiden, nur von unten gießen.
  4. Auberginen brauchen viel Platz.
    Der ideale Abstand zum Nachbarn im Beet oder Gewächshaus wäre 60cm.
    Zöpfe und Kübel sollten mindestens 20 Liter fassen.
  5. Wenn jede Pflanze nur aus 3-4 Haupttrieben mit 2-3 Früchte besteht, reifen die Früchte früher und werden auch größer.
    Alle anderen Triebe und Blüten sollte man regelmäßig entfernen.

Beipflanzung

Hallo Gartenfreunde !

Sicherlich habt ihr alle schon gehört, daß Beipflanzungen eine positive Wirkung auf unsere Pflanzen haben können. Außerdem können sie so manch eintöniges Beet verschönern und dienen auch zur Nützlingsförderung (Bienen, Hummeln etc.).
Da nicht jeder weiß welche Beipflanzung welche Pflanze unterstützen kann, hab` ich euch einige Beispiele aufgelistet.

Pflanze

Bei-/Unterpflanzung

Wirkung

BasilikumTomaten, Gurken, KohlGegen Mehltau und Weiße Fliege
BohnenkrautBohnenGegen Schwarze Bohnenlaus; Duftstoffe fördern Wachstum und Aroma der Bohne
BorretschInsektenbestäubte Pflanzen, z.B. Gurken, ZucchiniLockt Insekten an
DillMöhren, Rote Bete, KohlFördert Keimfähigkeit der Möhren; Duftstoffe halten Schädlinge ab
KapuzinerkresseJunge BäumeGegen Läuse; fördert die allgemeine Gesundung
KnoblauchErdbeeren, RosenBakterizide und fungizide Wirkung
LavendelRoseGegen Ameisen und bedingt gegen Läuse
RingelblumeKartoffeln, KohlGegen Nematoden und Drahtwürmer; erhöht den Ernteertrag; fördert die Bodengesundheit
RosmarinKohl, MöhrenGegen Kohlweißling und Möhrenfliege
TagetesTomaten, Kohl, Kartoffeln und ErdbeerenGegen Nematoden, Vieren und Weiße Fliege
Zwiebeln/SchalottenErdbeeren Und MöhrenGegen Pilzkrankheiten und Spinnmilben, bedingt gegen Möhrenfliege

Feuerwanzen

 

Erwachsene Feuerwanzen

Junge Feuerwanzen

Feuerwanzen

Hallo Gartenfreunde !

Jetzt sieht man sie wieder häufiger – diese rot-schwarz gefleckten Käfer.

Es handelt sich hier um Feuerwanzen: Diesen etwa 1 cm großen Tiere überwintern im Bodenstreu und lassen sich dann im Frühjahr, angelockt von der Sonne, an Stämme und Wurzelballen nieder.

Die Wanzen schädigen die Pflanze nicht, da sie nur die am Boden liegenden Samen der Gehölze oder andere bodennah lebende Insekten mit ihrem Mundstachel aussaugen.

Die Weibchen legen im zeitigen Frühjahr Eier in den Boden, aus denen bald die Larven schlüpfen, die sich durch ihre einheitlich rot gefärbten Hinterleiber von den Erwachsenen gut unterscheiden lassen.

Feuerwanzen sind keine Schädlinge !

Insektenhotel

Hallo Gartenfreunde !

Erfreulicherweise habe ich festgestellt, dass viele Gartenfreunde mittlerweile Insektenhotels aufgestellt oder -gehängt haben.

Aber wer nistet darin?
Am häufigsten zu beobachten ist die Mauerbiene.
Sie Brütet in sogenannte Liniennester die sie in Gängen von hohlen Pflanzenstängeln, Mauernischen oder sonstige Gänge mit geeignetem Durchmesser anlegt.
Das Weibchen benutzt zum Bau feuchte, lehmige Erde mit der sie in den Gängen Zellen abteilt.
In jeder Zelle wird auf ein Gemisch aus Pollen und Nektar ein Ei abgelegt.
Die erste und letzte Zelle bleibt leer.
Aus dem Ei entwickelt sich bis zum Sommer ein fertiges Insekt, das aber bis zum nächsten Frühjahr in der Zelle verbleibt.
Nur aus befruchteten Eiern werden Weibchen.
Meistens entwickeln sich in der 2. Zelle von außen die Männchen, die auch als erste schlüpfen.