Alle Beiträge von Sabine Forchhammer

Das Beste vom Wirsing

Hallo Gartenfreunde !

Wenn man bei der Wirsingernte den Stunk im Boden lässt und ihn ca. 20 cm einkürzt, bilden sich bald in den ehemaligen Blattachseln neue Mini-Wirsingköpfe.
Diese zarten Miniköpfchen können bis zu 10 cm Durchmesser haben.
Sie liefern ein Feingemüse von dem sich auch Kohlskeptiker gerne überzeugen lassen.

Gründüngung

Hallo Gartenfreunde !

Nach und nach bleiben jetzt vor dem Herbstanbau ein paar Felder frei.
Wie wäre es mit einer Gründüngung ?

Vorteile:

  • Lockert und reichert den Boden mit Humus und Nährstoffen an.
  • Verbessert die Wasserspeicherung und Krümelstruktur im Boden.
  • Beschattet den Boden und unterdrückt Unkrautwachstum.
  • Bekämpft einige hartnäckige Bodenkrankheiten und Schädlinge.

Um den Humusgehalt des Bodens zu verbessern:

  • Die Gründünger-Pflanzen nur 15 cm hoch werden lassen und komplett flach untergraben.
  • Je nach Jahreszeit kann man dann nach ca. 1-2 Wochen Nutzpflanzen aussäen oder pflanzen.
  • Wer sich an den Blüten erfreuen möchte, lässt den Gründünger länger stehen und mäht ihn erst nach der Blüte (ca. 10 cm vom Boden) und wendet die Stoppeln mitsamt den Wurzeln um.
  • Das Mähgut dient als Mulch, entweder auf demselben oder auf einem anderen Beet.
    – Nach 2-3 Wochen sind die meisten Pflanzenteile verrottet. Die Reste ausrechen.

Zu beachten: 

  • Gemüse und Gründüngungspflanzen die zur selben Pflanzenfamilie gehören sind anfällig für dieselben Krankheiten und Schädlinge.
  • Im Gemüsegarten sollte man deshalb besser auf den vielgerühmten Senf verzichten.
    – Schmetterlingsblütler wie Klee und Wicken sind nur dort geeignet, wo vorher und nachher keine Erbsen und Bohnen wachsen.
  • Ringelblumen und Sonnenblumen vertragen sich nicht gut mit Salaten.
  • Phazelia und Buchweizen sind mit keinem Gemüse verwandt und passen auf jedes Beet

Winterharte Gründünger-Pflanzen

Pflanzenart Familie Aussaatzeit Bemerkung
Rotklee, Weißklee Schmetterlingsblütler März bis September Stickstoffsammler
Spinat Gänsefußgewächs Ende Februar bis April; August bis September Essbar, harmoniert mit vielen Gemüsearten
Feldsalat Baldriangewächs Mitte August bis September Essbar, passt zu jeder Gemüseart

Nicht winterharte Gründünger-Pflanzen

Pflanzenart Familie Aussaatzeit Bemerkung
Phazelia (Bienenfreund) Wasserblattgewächs Anfang April bis September Schöne Blüten, Bienenfutterpflanze, passt zu jeder Gemüseart, Stichstoffdünger
Tagetes Korbblütler Anfang Mai bis September Schöne Blüten, gegen Ählchen und Nematoden
Ringelblume Korbblütler Anfang April bis September Schöne essbare Blüten, leichte Abwehr von Ählchen
Senf Kohlgewächs Anfang März bis September Wächst schnell nicht für Kohlbeete geeignet

Wenn die Rinde platzt

Hier ein Beispiel von der Platane

Hallo Gartenfreunde !

Es ist vollkommen normal das ältere Bäume ihre Rinde abwerfen.
Ältere Quittenbäume, und Platanen z.B. stoßen ihre Borke fetzenweise ab. Kirschen in Querstreifen.

Wenn der Stamm während des Sommers wächst und an Umfang zunimmt, platzt diese starre Außenhaut auf und löst sich nach und nach in mehr oder weniger großen Stücken ab.
Der Baum putzt sich auf diese Weise und macht Platz für weiteres Wachstum.

An welchen Stellen die Rinde aufplatzt, ist von Baumart zu Baumart unterschiedlich und hängt davon ab, wo sich die Wachstumsschicht darunter befindet.

Die losen Borkenteile, die meist noch mit der Rinde verwachsen sind, dienen Insekten, Nützlingen wie Schädlingen, als Unterschlupf.

Mit der Zeit fallen diese Schuppen von alleine ab.
Wer versucht sie abzureißen, riskiert Wunden, die von holzzersetzende Pilze genutzt werden könnten.

Wespen

Ja, sie nerven im Moment !!!

Man muss aber auch bedenken, dass sie sehr nützliche Insekten sind.
Es gibt in Deutschland 11 Wespenarten. Davon sind nur 2 angriffslustig.
Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie bauen ihre Nester in dunklen Dachböden oder Erdlöchern.

Friedfertige Wespen bauen kugelförmige Nester in Bäumen oder in belichteten Schuppen.
Bewohnt wird das Nest nur eine Saison.

Tröstend für alle durch Wespen gepiesackten: Wenn es keine Leckereien vom Tisch gibt, fressen sie Aas und Insekten (Schädlinge und auch Mücken).
Somit kann man sie als „Ordnungsamt“ im Insektenreich bezeichnen.

Falscher Mehltau

Liebe Gartenfreunde!

Der Falsche Mehltau ist die gefürchtetste Krankheit bei Gurken und Gurkengewächsen (Zucchini, Kürbis, Melone und auch bei Aubergine).
Innerhalb von wenigen Tagen macht er die Pflanze kaputt.

Bereits mit dem Sichtbarwerden der ersten Falscher Mehltau-Flecken sollte sofort gehandelt werden.

Früh zu erkennen ist der Falsche Mehltau an den kleinen gelbbraunen Flecken auf der Blattoberseite mit eckiger Form. Sie sind deutlich begrenzt durch die kleinen Blattadern.
Die Anzahl und die Größe der Flecken nehmen schnell zu.
Nach wenigen Tagen werden die Blätter gelb und sterben dann vertrocknet ab.
Die Pflanze stellt die Fruchtbildung ein und stirbt ab.

Gegenmaßnahmen:

Bei ersten Anzeichen die befallenen Blätter entfernen und entsorgen (Hausmüll). Trotzdem sind Pilzsporen freigesetzt, deshalb entweder:
biologisch: Zwiebel-Jauche, 1:20 verdünnt aufspritzen (Jauche 14 Tage gären lassen). Wenn gar nichts hilft oder es schon zu spät ist:

chemisch: z.B. Spezial Pilzfrei Aliette von Bayer. Es ist ein systemisches Mittel, daß von der Pflanze aufgenommen wird und
dadurch auch an Stellen gelangt die man sonst übersieht. Wartezeit 4 Tage; für Bienen ungefährlich.

Der Sommerschnitt

Liebe Gartenfreunde!

Die Kombination aus Sommerschnitt und Reißen läßt sich beinahezu jeder Obstart anwenden.

Vorteile des Sommerschnitts und Reißens:
– Das vegetative Wachstum wird reduziert
– Es entsteht mehr Fruchtholz
– Die Wundheilung verläuft schneller
– Die Früchte werden besser belichtet
– Wasserschosser lassen sich wirkungsvoller reduzieren
– Die Früchte neigen weniger zu Stippigkeit und Fleischbräune

Der Sommerschnitt erfolgt meistens direkt nach der Ernte. Dabei werden entfernt:
– alle überzähligen Triebe, die man nicht für den Kronenaufbau oder als Ertragsbasis
für das nächste Jahr braucht
– Triebe die in das Kroneninnere ragen
– Wasserschosser und alle Konkurrenztriebe für Leitäste und Mitteltrieb

Das Reißen sollte den Sommerschnitt ergänzen. Ist aber nur möglich solange die Triebe nicht verholzt sind.
Beim Reißen wird der Astring mit dem Trieb ausgerissen. Ein Austrieb der schlafenden Knospen wird dadurch verhindert. Die Wundheilung verläuft trotz größerer Wunde viel schneller als im Winter (nur ca. 1-2 Wochen).

Obstsorte Reißen Sommerschnitt
Apfel/Birne Juni/Juli August, ca. 4-6-Wochen vor der Ernte
Kirsche/Pflaume Juni/Juli nach der Ernte
Pfirsich Juni/Juli nach der Ernte
Beerenobst nach der Ernte

Tomaten

Liebe Gartenfreunde!

Tomaten brauchen Bewegung, damit sie bestäubt werden und der Pollen auf die Narbe fällt. Im Freien verursachen diese Erschütterungen Bienen, Hummeln oder der Wind.

Für den Anbau im Gewächshaus bedeutet das: Türen und Lüftung auf!
Und zwar nicht nur um Insekten und Zugluft an die Blüten zu lassen, sondern auch um die Temperatur und Luftfeuchte zu regeln. Ist es zu feucht, bleiben die Pollen kleben und rieseln nicht, die Bestäubung scheitert dann.
Man kann auch hin und wieder nachhelfen, indem man die blühenden Tomatenstauden etwas schüttelt, am besten wären der Mittagszeit.

Also:  Wegen der notwendigen Durchlüftung keine Einhausungen vornehmen sondern nur Tomatenschutzdächer verwenden (gem. Kleingartenordnung Neuss max. 2,5 x 0,8 x 1,6m zulässig).

Weiße Fliege

Liebe Gartenfreunde!

Die erwachsenen Tiere sind ca. 1-3 mm groß. Ihren Namen verdanken sie ihrer weißen Farbe und fliegenartigem Aussehen. In Wirklichkeit sind sie mit den Schildläusen verwandt.
Sie bevorzugen alle Kohlsorten und saugen auf der Blattunterseite. Bei kleinsten Störungen fliegen sie rasch auf, was bei größerer Anzahl wie eine weiße Wolke aussieht.

Die Larven sind nur im frühen Stadium beweglich, sie wandeln sich im weiteren Verlauf zu schildlausartigen Tieren um.

Alle Entwicklungsstadien saugen an den Pflanzen und geben klebrigen Honigtau ab, auf dem sich schnell Schwarzpilze ansiedeln können.

Zur Bekämpfung eignen sich die klebrigen Gelbsticker oder bei stärkerem Befall, zum spritzen Neem-Produkte.

Bittere Früchtchen

Liebe Gartenfreunde!

Wenn Zucchini bitter schmecken, liegt das meist daran, daß Bienen die Zucchiniblüte mit dem Pollen eines Zierkürbis bestäubt haben.
Die Frucht die daraus entsteht, ist ungenießbar. Nur die Nachkommen aus dieser Liasion werden bitter, denn die Vaterseite (der Zierkürbis) setzt sich in diesem Fall durch.Deshalb sollte man Saatgut von Zucchini im Garten nur gewinnen, wenn weit und breit keine Zierkürbisse wachsen; auch nicht bei den Nachbarn.

Bei Gurken gibt es Sorten die bitterfrei sind und solche, die hin und wieder einen Rückfall (Rückmutation) erleiden.
Gewächshaus-Sorten gehören zu den bedenkenlos genießbaren.Freiland-Sorten schützen ihre Früchte mit dem Bitterstoff wenn sie unter Stress stehen, wie bei:

  • Hitze
  • große Temperaturschwankungen
  • Wassermangel
  • Wechselbäder nass / trocken
  • saurer oder nährstoffarmer Boden

Auslöser kann auch eine zu großzügige Stickstoff-Düngung sein. Überreife Früchte können ebenfalls bitter schmecken.